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Ratgeber

Fernverkehr, Nahverkehr oder Lager: drei Arbeitsmodelle im Güterverkehr

Was Fahrer auf langen und kurzen Touren tun und wie sich die Arbeit im Lager davon unterscheidet.

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Fernverkehr: mehrere Tage unterwegs

Im Fernverkehr bringst du Ladungen über weite Strecken, quer durch Deutschland oder ins Ausland. Du bist oft mehrere Tage am Stück unterwegs und übernachtest in der Kabine oder in einer Unterkunft. Zu deinen Aufgaben gehören die Abfahrtkontrolle, das Sichern der Ladung, der Umgang mit Frachtpapieren und die Abstimmung mit der Disposition.

Deinen Tag bestimmen die Lenk- und Ruhezeiten der EU-Verordnung 561/2006. Die tägliche Lenkzeit liegt bei höchstens neun Stunden und darf zweimal pro Woche auf zehn Stunden verlängert werden. In einer Woche sind höchstens 56 Stunden Lenkzeit erlaubt, in zwei aufeinanderfolgenden Wochen zusammen höchstens 90 Stunden. Nach viereinhalb Stunden am Steuer ist eine Fahrtunterbrechung von mindestens 45 Minuten vorgeschrieben.

Nah- und Verteilerverkehr: abends zu Hause

Im Nahverkehr belieferst du Kunden in einer Region, zum Beispiel Filialen des Handels, Baustellen oder Industriebetriebe. Die Strecken sind kürzer, dafür hältst du häufiger und lädst mehr selbst ab, etwa mit Ladebordwand oder Hubwagen. Viele Touren beginnen früh am Morgen. Im Wechselbrückenverkehr fährst du oft feste Linien zwischen zwei Umschlagpunkten, häufig nachts. Du kennst deine Strecke und deine Kunden bald genau, dafür ist der Tag stärker durchgetaktet als im Fernverkehr.

Fachkraft für Lagerlogistik: die andere Seite der Rampe

Fachkräfte für Lagerlogistik nehmen Waren an, prüfen sie, lagern sie ein und stellen Sendungen für den Versand zusammen. Sie arbeiten mit Scannern, Lagerverwaltungssoftware und Gabelstaplern. Die duale Ausbildung dauert drei Jahre, die kürzere Ausbildung zum Fachlageristen zwei Jahre. Viele Speditionen suchen beide Profile, weil Lager und Fuhrpark eng zusammenarbeiten. Manche Stellen verbinden beides: Du fährst morgens eine Tour und hilfst danach beim Umschlag in der Halle.

MerkmalFernverkehrNahverkehrLager
FührerscheinC oder CE und Berufskraftfahrer-QualifikationC oder CE und Berufskraftfahrer-Qualifikationnicht nötig, Staplerschein oft gewünscht
Arbeitszeitmehrtägige TourenTagestouren oder feste Nachtlinienhäufig Schichtbetrieb
Typische ArbeitgeberSpeditionen, TransportunternehmenHandel, Baustoffhandel, EntsorgerLogistikzentren, Industrie, Handel

Welches Modell zu dir passt

Wenn dir lange Strecken und selbstständiges Arbeiten liegen, schau dir Stellen im Fernverkehr an. Wenn du jeden Abend daheim sein möchtest, sind Nahverkehr oder Lager naheliegender. Die Anzeigen auf dieser Seite nennen meist Fahrzeugklasse, Tourenart und Arbeitszeiten. Achte auf Stichworte wie Kühlauflieger, Tankzug, Kran oder Gefahrgut, denn sie verändern die Anforderungen an dich deutlich. Wenn du unsicher bist, ob dir das Leben auf der Straße liegt, kann eine Stelle im Nahverkehr ein guter Start sein. Viele Fahrer wechseln später in den Fernverkehr oder umgekehrt, die Qualifikation gilt für beide.

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